Wie eine Pandemie die Bundeswehr in eine neue Ära des Lernens leiten könnte…

Wie eine Pandemie die Bundeswehr in eine neue Ära des Lernens leiten könnte…

Der Coronavirus Covid19 sorgt bei Aus- und Weiterbildungsvorhaben innerhalb der Bundeswehr zum absoluten Stillstand. So werden Lehrgänge, auf welchen sich seit Monaten Soldaten befinden abrupt abgebrochen und eine Fortsetzung bleibt fraglich. Damit zusammen hängen Beförderungsverzüge, finanzielle Nachteile der Soldaten und ein hohes Maß an Demotivation. Nun ist das Kind zwar bereits in den Brunnen gefallen, jedoch könnten diese Auswirkungen der Pandemie sich jetzt hoffentlich im Nachhinein positiv auf zukünftige Ausbildungsvorhaben innerhalb der Bundeswehr auswirken.

Was hat die öffentliche Bildung, was wir nicht haben?

Deutsche Schulen haben es uns vorgemacht. Moodle-Plattformen wurden bereitgestellt, Hausaufgaben werden teilweise über WhatsApp erteilt und die Schüler haben sogar noch Spaß daran.

Die Bundeswehr verfügt über diverse soziale Plattformen, Wikis, Info-Management-Systeme und Foren. Selbst Webinare könnten über bspw. WebEx abgehalten werden. Das einzige Argument, welches der Bundeswehr von internetbasierten Aus- und Witerbildungen abhält, und dies ist ein Ausschlag gebendes Argument, ist die militärische Sicherheit. So basieren alle die oben erwähnten Tools auf Intranet, verschlüsselt und gesichert über militärische Server.

Nun wissen wir jedoch spätestens seit dem Beta-Test der Applikation Stashcat, dass es durchaus möglich ist gewisse Dienste über Bundeswehrserver auf einem privaten Device zur Verfügung zu stellen. Wenn es plötzlich also möglich ist, bspw. Funktions- oder Integrationstests, für dessen Teilnahme es bis dato immer nötig war durch die halbe Republik zu fahren, jetzt über Online-Tools am eigenen Arbeitsplatz durchzuführen, wieso ist es dann nicht möglich Lehrgänge über Webinare und Online-Klausuren zum Abschluss zu bringen?

Eine Basis für modernes E-Learning existiert, jedoch nicht in den Köpfen der Entscheidungsträger

Das durch die Umstände des Coronavirus resultierende Defizit im Puncto Lernen 2.0 gilt es nun abzustellen und daraus zu lernen, langfristig. Durch integrales E-Learning in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen des Bundeswehr könnten Kosten deutlich gesenkt, Mitarbeiter durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich motiviert und die Attraktivität der Bundeswehr als moderner Arbeitgeber deutlich gesteigert werden.

Die Bundeswehr verfolgt ja auch bereits die richtigen Ansätze, wie die „Lernende Organisation Bundeswehr“ und implementiert diese Ansätze auch im Weißbuch der Bundeswehr ( https://www.bmvg.de/resource/blob/27940/0a2503f46b9057e2602f31ab7557abe2/20180918-wissensmanagement-der-bundeswehr-data.pdf ), allerdings gilt es nun dies auch via fortgeschrittene Technologien umzusetzen.

Was Soldaten und zivile Mitarbeiter also jetzt von der Bundeswehr erwarten sollten, sind Barcamps, Workshops und Projektgruppen, in welchen kompetente Soldaten und Mitarbeiter aus allen Gehaltsgruppen ihr Wissen zusammenlegen, um eine langfristige Umsetzung von E-Learning in der Bundeswehr herbeizuführen… Vielleicht ja sogar online!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.